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Wir alle glauben, objektiv zu entscheiden.
Tun wir aber nicht.
Unser Gehirn liebt Abkürzungen.
Diese mentalen Abkürzungen nennt man Biases.
Sie helfen uns im Alltag schnell Entscheidungen zu treffen.
Im Recruiting sorgen sie aber dafür, dass wir die falschen Entscheidungen treffen.
Und das passiert nicht nur anderen.
Sondern uns allen.
Bias kann bereits beim Lesen eines CVs beginnen, im Interview verstärkt werden und am Ende die Auswahl beeinflussen.
Hier sind die wichtigsten Biases im Recruiting — einfach erklärt.
Wir mögen Menschen, die uns ähnlich sind.
Gleiche Uni.
Gleiche Hobbys.
Gleicher Humor.
Fühlt sich gut an.
Ist aber gefährlich.
👉 Ergebnis: Du stellst Menschen ein, die dir ähnlich sind – statt Menschen, die dein Team besser machen.
Ja, unser Gehirn macht das.
Attraktivere Menschen werden oft automatisch positiver bewertet.
Hat nichts mit Leistung zu tun.
Beeinflusst aber Entscheidungen.
👉 Ergebnis: Kompetenz wird mit Optik verwechselt.
Ein Kandidat hat bei Google gearbeitet.
Oder an einer Top-Uni studiert.
Und plötzlich wirkt alles andere auch gut.
Der Halo-Effekt sorgt dafür, dass eine starke Eigenschaft den Gesamteindruck verzerrt.
👉 Ergebnis: Du übersiehst Schwächen.
Eine Antwort im Interview war nicht perfekt.
Der Kandidat wirkt nervös.
Oder hat eine ungewöhnliche Station im CV.
Und plötzlich wirkt alles negativ.
👉 Ergebnis: Ein Detail zerstört den Gesamteindruck.
Du denkst nach 2 Minuten:
„Der passt nicht.“
Und danach hörst du nur noch Dinge, die deine Meinung bestätigen.
Menschen suchen bevorzugt Informationen, die ihre bestehenden Annahmen bestätigen.
👉 Ergebnis: Du bewertest nicht mehr objektiv.
Wenn im Panel jemand Senior ist und sagt:
„Ich bin nicht überzeugt.“
Dann widerspricht oft niemand.
Mehrheitsmeinungen beeinflussen Einzelmeinungen stärker, als wir glauben.
👉 Ergebnis: Gute Kandidaten fallen durch, weil niemand dagegen hält.
Nach einem extrem starken Kandidaten wirkt der nächste automatisch schwächer.
Obwohl er objektiv gut ist.
👉 Ergebnis: Kandidaten werden gegeneinander bewertet – statt gegen die Rolle.
Wenn jemand nervös ist, denken wir: unsicher.
Wenn jemand ruhig ist: souverän.
Dabei kennen wir den Kontext nicht.
👉 Ergebnis: Verhalten wird falsch interpretiert.
Wir glauben, wir entscheiden rational.
In Wahrheit steht unser Urteil oft schon in den ersten Minuten.
Der Rest des Gesprächs bestätigt nur noch diesen Eindruck.
👉 Ergebnis: Interviews werden zur Bestätigung, nicht zur Bewertung.
Bias verhindert:
● bessere Entscheidungen
● Diversität im Team
● echte Leistungsbewertung
Und am Ende:
👉 Du verpasst die besten Kandidaten.
Keine Theorie. Sondern Praxis:
✅ strukturierte Interviews
✅ klare Bewertungskriterien
✅ Scorecards statt Bauchgefühl
✅ unabhängige Bewertungen vor der Diskussion
✅ Bewusstsein im Team schaffen
Bias verschwindet nicht.
Aber wir können verhindern, dass er entscheidet.
Bias ist kein Zeichen von schlechter Menschenkenntnis.
Es ist menschlich.
Aber im Recruiting entscheidet nicht, wen wir mögen.
Sondern wer den Job am besten machen wird.
Und das sind selten dieselben Gründe.
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Wir vereinen effektives Recruiting mit
authentischem Employer Branding.